Manche Shootings entstehen aus dem Moment heraus – ohne Planung, ohne Konzept, einfach, weil sich etwas ergibt. So war es mit Marc. Er war mit seiner Frau Eyke zum Essen da. Ein Abend, an dem Gespräche fließen – von Urlauben über Fotos hin zu Portraits. Irgendwann sagte Mark, dass ihm meine Portraits gefallen.
Ein beiläufiger Satz, der etwas auslöste.Ich fragte, ob er Lust auf ein Shooting hätte. Er grinste: „klar“. Wie wäre es mit jetzt? Und wenig später standen wir im Keller. Niedrige Decke und ein Hocker, der für Marcs Statur eigentlich zu klein war. Ein improvisiertes Set, aber genau richtig, denn die Enge des Raums brachte die Konzentration nach innen.
Nach kurzer Eingewöhnung war Marc ganz bei sich.
Ich bat ihn, sich an jemanden zu erinnern, der ihn wütend gemacht hatte. Für einen Moment füllte sich der Raum mit dieser Energie: Entschlossenheit, Nachdenken, Mitgefühl. Alles gleichzeitig. Da
war nichts Gespieltes, keine Pose. Nur Marc – ganz er selbst, echt, präsent.
Danke Marc, für dein Vertrauen und deine Zeit.
Für das Shooting mit Marc war für mich schnell klar: Die Umsetzung in Schwarz-Weiß bringt eine ganz eigene Intensität in die Bilder und transportiert deutlich mehr Persönlichkeit. Dem Chiaroscuro-Ansatz folgend setzte ich auf gezielte Lichtführung um mehr Tiefe sowie eine gewisse Dramatik zu erzeugen.
Auch bei der Wahl der Ausrüstung habe ich auf die Gegebenheiten gezielt reagiert. Die Situation im Keller war beengt, weshalb eine 120er Softbox mit Grid zum Einsatz kam: Das Grid half, das Licht gezielt auf das Motiv zu begrenzen und den Hintergrund kontrolliert abzudunkeln. Für die Bildgestaltung griff ich zum 55mm-Objektiv. Für das klassische 85mm war der verfügbare Platz schlicht zu gering.