Unterwegs im Zion Canyon - Auftakt im Sand

USA, Utah, Zion Canyon. Der Besuch dieses National Parks ist Teil meiner mehrwöchigen Solo-Rundreise durch den mittleren Westen der USA in einem Campervan. Nach der Ankunft in Las Vegas und der Übernahme des Campervans ist der Zion Canyon das erste große Ziel meiner Reise.


 

Am frühen Morgen fahre ich vom Campingplatz in Hurricane die zwanzig Meilen bis zum Visitor Center. Erst einmal informieren: Routen, Karten, Wetter. Letzteres ist hier nicht zu unterschätzen – selbst ein entfernter Regenschauer kann in den engen Schluchten binnen Minuten den Wasserstand dramatisch steigen lassen. Heute aber liegt der Canyon friedlich in der Sonne, warm, klar, ruhig.

 

 

 Meine erste Wanderung führt mich auf den Sandbench Trail, gleich in der Nähe des Parkeingangs. Der Name hält, was er verspricht: zehn bis fünfzehn Zentimeter tiefer, feiner Sand – jeder Schritt ein kleiner Widerstand. Der Weg zieht sich stetig bergauf, der Untergrund fordert, doch oben wartet die Belohnung: ein grandioser Blick über die gewaltige Landschaft des Zion. Und Stille. Kein Mensch, nur Wind, Felsen, Licht. Ein überwältigender Auftakt. 

 

 

Vier, vielleicht fünf Stunden bin ich unterwegs, allein mit mir, dem Rhythmus meiner Schritte und dieser grandiosen Natur. Auf dem Rückweg fällt mir eine schmale Spur in der Mitte des tiefen Sandpfads auf – zu schmal zum Gehen, zu weich zum Laufen. Ich weiche zick-zack aus. Kurz bevor ich das Tal erreiche, treffe ich eine Gruppe Reiter, die freundlich grüßt und wenig später auf denselben Trail abbiegt. Später lese ich: Der Sandbench Trail ist eigentlich ein Reitpfad.

 

Weicher Sand formt den Charakter – oder wenigstens die Kondition.

 


Grand Overlook










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